Keyword-Recherche klingt nach Profi-Werkzeug, ist im Kern aber einfach: Du schreibst in der Sprache deiner Kunden, nicht in deiner Fachsprache. Ein Elektriker denkt an „Zählerschrank-Erneuerung“, der Kunde tippt vielleicht „Sicherungskasten tauschen Kosten“. Genau diese Lücke schließt die Recherche.
Warum Keyword-Recherche auch für kleine Firmen zählt
Schon kleine Unterschiede in der Formulierung verändern, wie viele Menschen suchen und was sie erwarten. Ein Beispiel aus meinem eigenen Bereich: Für „SEO Check“ gibt es laut DataForSEO (Google Ads, Deutschland, Oktober 2026) rund 4.400 Suchen im Monat. Für „SEO Checkliste“ sind es rund 90.
Die beiden Begriffe klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes. Wer „Check“ sucht, will oft, dass jemand prüft. Wer „Checkliste“ sucht, will selbst prüfen. Deshalb gibt es auf meiner Website für beides eine eigene Seite.
Keyword-Recherche in sechs Schritten
- Leistungen aus Kundensicht aufschreiben. Notier jede Leistung so, wie Kunden am Telefon danach fragen. Frag auch dein Team, welche Wörter Kunden benutzen.
- Google-Vorschläge sammeln. Tipp deine Begriffe in die Google-Suche und schau, was die automatische Vervollständigung vorschlägt. Laut Google spiegeln diese Vorschläge echte Suchanfragen wider und berücksichtigen Sprache, Ort und Trends.
- Fragen aus den Suchergebnissen notieren. Unter vielen Suchen zeigt Google weitere Fragen, die andere gestellt haben. Das sind gute Ideen für Abschnitte und FAQ.
- In die Search Console schauen. Wenn deine Website schon läuft, zeigt dir der Leistungsbericht, mit welchen Suchanfragen Leute deine Seite gesehen und angeklickt haben. Wie du ihn liest, steht im Ratgeber zur Search Console.
- Mit dem Keyword-Planer Größenordnungen prüfen. Das kostenlose Werkzeug in Google Ads zeigt Schätzungen zur Zahl der Suchanfragen pro Monat. Laut Google musst du dafür vorher die Kontoeinrichtung abschließen und Zahlungsinformationen hinterlegen. Eine Kampagne musst du nicht starten.
- Die Suchergebnisse selbst ansehen. Gib jeden wichtigen Begriff ein und schau, was oben steht: Ratgeber, Angebotsseiten oder Karten mit Firmen? Das verrät dir, was Google für diese Suche als passend ansieht.
Suchintention: Was die Leute wirklich wollen
Die Suchintention ist die Absicht hinter einer Suche. Grob gibt es drei Arten, die für kleine Firmen zählen.
- Informieren: „Wie oft muss eine Heizung gewartet werden?“ Hier passt ein Ratgeber.
- Vergleichen: „Wärmepumpe oder Gasheizung Kosten“. Hier passt eine Seite mit ehrlichem Vergleich und Preisrahmen.
- Beauftragen: „Heizungsbauer Ludwigsburg“. Hier passt deine Leistungsseite mit Ort, Kontakt und Google-Profil.
Wenn die Seite nicht zur Absicht passt, hilft auch das beste Keyword nicht. Eine Leistungsseite rankt selten für eine reine Wissensfrage, und umgekehrt.
Keywords den richtigen Seiten zuordnen
Am Ende der Recherche steht eine einfache Tabelle. Ich nenne sie Keyword-Map. Hier ein Beispiel für einen Elektrobetrieb, die Begriffe sind nur zur Veranschaulichung:
| Seite | Hauptbegriff | Verwandte Begriffe |
|---|---|---|
| Startseite | Elektriker [Ort] | Elektrofirma [Ort], Elektroinstallation |
| Leistung Wallbox | Wallbox installieren | Wallbox Elektriker, Wallbox Kosten |
| Leistung E-Check | E-Check | E-Check Kosten, E-Check Gewerbe |
| Ratgeber | Sicherungskasten tauschen Kosten | Zählerschrank erneuern |
Die Regel dabei: ein Hauptbegriff, eine Seite. Wenn zwei Seiten um denselben Begriff kämpfen, weiß Google nicht, welche gemeint ist. Das nennt man Keyword-Kannibalisierung.
Wie du den Begriff dann auf der Seite unterbringst, also im Titel, in Überschriften und im Text, gehört zum Onpage-SEO.
Orte richtig einbauen
Für lokale Firmen gehört der Ort fast immer zum Suchbegriff. Viele suchen „Zahnarzt Bietigheim-Bissingen“ oder „Steuerberater in der Nähe“. Bei der zweiten Variante spielt der Standort der suchenden Person eine große Rolle. Dort zählt vor allem dein Google-Unternehmensprofil.
Auf der Website reicht es meist, deinen Hauptort klar zu nennen: im Seitentitel, in einer Überschrift, im Text und im Impressum. Wenn du regelmäßig in Nachbarorten arbeitest, schreib das ehrlich dazu, zum Beispiel „Einsätze auch in Tamm und Ingersheim“.
Vorsicht bei der beliebten Abkürzung, für jeden Ort eine fast gleiche Seite zu bauen. Google nennt das Doorway-Seiten, also Brückenseiten, die nur für ähnliche Suchen gebaut wurden. Laut den Spam-Richtlinien ist das ein Verstoß. Eine eigene Seite pro Ort lohnt sich nur, wenn du dort wirklich etwas Eigenes zu sagen hast.
Fragen sind auch Keywords
Viele Menschen tippen ganze Fragen ein oder stellen sie einer KI. „Wie lange dauert eine Badsanierung?“ ist für einen Sanitärbetrieb ein guter Begriff, auch wenn ihn kein Tool mit großer Zahl ausweist.
Sammle solche Fragen aus Kundengesprächen, E-Mails und den Google-Vorschlägen. Beantworte sie auf der passenden Seite kurz und direkt, am besten in den ersten Sätzen eines Abschnitts. Laut Googles Leitfaden zur KI-Suche ist das Optimieren für KI-Antworten aus Sicht der Google-Suche „still SEO“. Gute Antworten auf echte Fragen helfen also in der normalen Suche und in der KI-Übersicht.
Kleine Zahlen sind kein schlechtes Zeichen
Viele lokale Suchen haben in den Tools kleine oder gar keine Zahlen. Das heißt nicht, dass niemand sucht. Für einen Handwerksbetrieb können wenige Suchen im Monat reichen, wenn daraus zwei Aufträge werden.
Deshalb schaue ich bei kleinen Firmen weniger auf das Volumen und mehr auf die Absicht. Ein Begriff mit klarer Kaufabsicht und Ortsbezug ist oft mehr wert als ein großer, allgemeiner Begriff.
Typische Fehler
- Nur nach Suchvolumen entscheiden. Große Begriffe sind oft allgemein und hart umkämpft.
- Fachsprache statt Kundensprache. Wenn Kunden „Dachrinne reinigen“ sagen, hilft „Entwässerungssystem“ wenig.
- Mehrere Seiten auf denselben Begriff. Lieber eine starke Seite als drei halbe.
- Keyword-Stuffing. Das ständige Wiederholen eines Begriffs verstößt laut Google gegen die Spam-Richtlinien.
- Meta-Keywords pflegen. Laut Google nutzt die Suche das Keywords-Meta-Tag nicht. Die Zeit steckst du besser in den Text.
- Recherche einmal machen und nie wieder. Schau alle paar Monate in die Search Console, welche neuen Suchanfragen auftauchen.
Wenn du deine Website danach Punkt für Punkt prüfen willst, hilft dir die SEO-Checkliste.
Häufige Fragen
Wie viele Keywords sollte eine Seite haben?
Ein Hauptbegriff pro Seite, dazu ein paar verwandte Begriffe und Fragen. Wenn zwei Begriffe dieselbe Absicht haben, etwa „Badsanierung“ und „Bad renovieren“, gehören sie auf dieselbe Seite. Wenn sie Verschiedenes meinen, bekommen sie eigene Seiten.
Brauche ich ein kostenpflichtiges Keyword-Tool?
Für eine kleine Firmen-Website meistens nicht. Google-Vorschläge, die Search Console und der Keyword-Planer reichen für den Anfang. Bezahlte Tools lohnen sich eher, wenn du viele Seiten planst oder Wettbewerber im Detail analysieren willst.
Muss das Keyword exakt so im Text stehen?
Nicht in jeder Zeile. Es sollte natürlich im Titel, in einer Überschrift und im ersten Absatz vorkommen. Danach schreibst du so, wie du es einem Kunden erklären würdest. Gezieltes Wiederholen verstößt laut Google sogar gegen die Spam-Richtlinien.
Wie finde ich kostenlos Keywords für meine Website?
Starte mit den Vorschlägen, die Google beim Tippen anzeigt, und mit den verwandten Suchen unten auf der Ergebnisseite. Läuft deine Website schon, zeigt dir die Search Console, mit welchen Begriffen du bereits gefunden wirst. Größenordnungen liefert der kostenlose Keyword-Planer in Google Ads.
Hilft Google Trends bei der Keyword-Recherche?
Ja, für Vergleiche und Saisonverläufe. Google Trends zeigt das Interesse an einem Begriff auf einer Skala von 0 bis 100, keine absoluten Suchzahlen. So siehst du zum Beispiel, ob „Klimaanlage einbauen“ im Sommer anzieht oder welcher von zwei Begriffen häufiger gesucht wird.
Brauche ich für den Keyword-Planer ein Google-Ads-Konto?
Ja. Laut Google musst du die Kontoeinrichtung abschließen und Zahlungsinformationen hinterlegen. Eine Kampagne musst du dafür nicht starten, und solange keine Anzeige läuft, zahlst du nichts.
Quellen
- Google Ads Hilfe: Keyword-Planer (Stand 2026-10-29)
- Google Suche Hilfe: So funktioniert die automatische Vervollständigung (Stand 2026-10-29)
- Search Console Hilfe: Leistungsbericht (Google-Suchergebnisse) (Stand 2026-10-29)
- Google Search Central: SEO-Startleitfaden (Meta-Keywords, Keyword-Stuffing) (Stand 2026-10-29)
- Google Search Central: Spam-Richtlinien (Keyword-Stuffing) (Stand 2026-10-29)
- Google Search Central: Optimizing for generative AI features (still SEO) (Stand 2026-10-29)
- DataForSEO, Google Ads Search Volume, Deutschland, Abruf Oktober 2026 (projektinterne Auswertung) (Stand 2026-10-29)
- Google Trends-Hilfe: Häufig gestellte Fragen zu Google Trends-Daten (Skala von 0 bis 100) (Stand 2026-10-30)