Ratgeber · Webdesign

HTML statt WordPress: Warum ich neue Seiten anders baue

Über zehn Jahre habe ich Websites mit WordPress gebaut, zuletzt mit Breakdance. Neue Seiten baue ich heute in reinem HTML. Hier steht, warum, und wann WordPress trotzdem die bessere Wahl ist.

Websites und SEO mache ich seit 2008. Über zehn Jahre davon habe ich mit WordPress gearbeitet, mit Elementor, Beaver Builder, Bricks, Oxygen, Thrive Architect, Betheme, Bridge und zuletzt mit Breakdance. WordPress kenne ich also gut, mit seinen Stärken und mit dem Aufwand, der dazugehört. Genau deshalb baue ich neue Seiten heute anders.

Was eine HTML-Website bei mir ist

Eine HTML-Website besteht aus fertigen Seiten, die der Server direkt ausliefert. Beim Aufruf läuft kein Programm, das die Seite erst aus einer Datenbank zusammensetzt. Es gibt kein Theme, keine Plugins und keinen Login-Bereich, den jemand im Internet aufrufen kann.

Gebaut wird die Seite trotzdem nicht Zeile für Zeile von Hand. Texte, Layout und Technik liegen bei mir getrennt und werden zu fertigen Seiten zusammengesetzt. Für dich sieht sie aus wie jede andere moderne Website.

Grund 1: Sicherheit

Das größte Risiko bei WordPress ist nicht WordPress selbst, sondern alles, was dazukommt. Patchstack hat für das Jahr 2025 gezählt:

  • 11.334 neue Schwachstellen im WordPress-Umfeld, 42 Prozent mehr als im Jahr davor.
  • 91 Prozent davon in Plugins, 9 Prozent in Themes. Im WordPress-Kern selbst waren es nur 6, alle mit geringer Priorität.
  • Bei 46 Prozent gab es bis zur Veröffentlichung der Lücke noch kein Update vom Entwickler.
  • Bei Lücken, die gezielt ausgenutzt werden, lagen bis zum ersten Angriff im Mittel nur 5 Stunden.

Für eine typische Firmenseite mit Pagebuilder, Formular-Plugin, SEO-Plugin und ein paar Erweiterungen heißt das: Jedes Plugin ist eine Tür, die regelmäßig neue Schlösser braucht. Bei einer HTML-Seite gibt es diese Türen nicht. Angreifbar bleiben der Server, die Zugangsdaten und einzelne Skripte wie ein Kontaktformular, die Angriffsfläche ist aber viel kleiner.

Grund 2: Tempo

Eine HTML-Seite muss beim Aufruf nichts berechnen. Der Server schickt die fertige Datei, der Browser zeigt sie an. Das macht es leichter, gute Werte bei den Core Web Vitals zu erreichen, also bei Ladezeit, Reaktion und stabilem Layout.

Diese Website ist selbst so gebaut. Auf meinem Testserver erreicht sie in Lighthouse mobil 95 bis 99 von 100 Punkten bei der Leistung. Das ist eine eigene Messung ohne Kompression, auf dem echten Server können die Werte leicht abweichen.

Grund 3: Weniger laufende Pflege

Eine WordPress-Seite braucht regelmäßig Updates für Kern, Theme und Plugins, dazu Backups und einen Blick darauf, ob nach jedem Update noch alles funktioniert. Lizenzen für Pagebuilder und Pro-Plugins laufen meist jährlich weiter. Was das kostet, steht im Ratgeber Elementor oder Breakdance.

Bei einer HTML-Seite fällt dieser Kreislauf weg. Es gibt nichts, das veraltet, weil eine Erweiterung nicht mehr gepflegt wird.

Wann WordPress trotzdem besser passt

HTML ist nicht für jede Firma die beste Lösung. WordPress passt besser, wenn:

  • du oder dein Team sehr oft selbst Inhalte einstellt, etwa täglich Beiträge oder Termine,
  • mehrere Leute mit eigenen Zugängen an der Seite arbeiten,
  • du einen Onlineshop, einen Mitgliederbereich oder eine Buchungsfunktion brauchst,
  • deine bestehende WordPress-Seite gut läuft und nur Pflege braucht.

In diesen Fällen baue ich dir die Seite mit WordPress, auf Wunsch mit Breakdance. Für bestehende Seiten gibt es die WordPress-Wartung. Und wenn du unsicher bist, welcher Weg passt, berate ich dich: Ich habe beide Welten lange genug von innen gesehen.

Was das für deine neue Website heißt

Im ersten Gespräch schauen wir, was deine Seite können muss und wie oft du selbst etwas ändern willst. Danach schlage ich dir HTML oder WordPress vor und sage dir offen, warum. Wie Änderungen später laufen, klären wir vor dem Start.

Mehr zum Ablauf steht unter Webdesign. Wenn du direkt fragen willst: Schreib mir über die Kontaktseite.

Häufige Fragen

Ist eine HTML-Website schlechter für SEO als WordPress?

Nein. Google liest den HTML-Code einer Seite, egal mit welchem System er entstanden ist. Titel, Überschriften, Texte, interne Links und strukturierte Daten lassen sich in HTML genauso sauber umsetzen. Oft ist die Seite sogar schneller, weil keine Datenbank und keine Plugins mitlaufen.

Kann eine HTML-Website gehackt werden?

Angreifbar bleibt immer der Server, also Hosting, Zugangsdaten und einzelne Skripte wie ein Kontaktformular. Was wegfällt, ist die Angriffsfläche von WordPress selbst: Login, Plugins, Themes und Datenbank. Bei WordPress liegen laut Patchstack 91 Prozent der neuen Schwachstellen in Plugins.

Baust du trotzdem noch WordPress-Seiten?

Ja. Wenn du WordPress willst, zum Beispiel weil du täglich selbst Inhalte einpflegst, baue ich dir die Seite damit, auf Wunsch mit dem Pagebuilder Breakdance. Mit WordPress habe ich über zehn Jahre gearbeitet und berate dich gern bei der Wahl.

Wie ändere ich Texte auf einer HTML-Website?

Das hängt davon ab, wie oft du etwas ändern willst und wer es machen soll. Wie Änderungen bei dir laufen, klären wir vor dem Start. Wenn du sehr oft selbst Inhalte einstellst, ist WordPress meist die bessere Wahl.

Quellen

  1. Patchstack: State of WordPress Security in 2026 (Auswertung des Jahres 2025) (Stand 2026-10-31)