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Core Web Vitals einfach erklärt

LCP, INP und CLS: drei Messwerte, mit denen Google die Nutzererfahrung deiner Seite bewertet. Hier stehen Googles Grenzwerte, wie du sie prüfst und was meistens dahintersteckt, wenn sie rot sind.

Die Core Web Vitals sind Googles Kennzahlen für die Nutzererfahrung einer Website. Sie beruhen auf Daten echter Besucher, nicht auf einem Test im Labor. Das ist wichtig, weil es erklärt, warum deine Werte manchmal anders aussehen als erwartet.

Die drei Core Web Vitals und Googles Grenzwerte

MesswertWas er misstGutOptimierung nötigSchlecht
LCPLadezeit des größten sichtbaren Elementsbis 2,5 sbis 4 süber 4 s
INPReaktionszeit auf Klicks, Tippen, Tastaturbis 200 msbis 500 msüber 500 ms
CLSVerschieben des Layouts beim Ladenbis 0,1bis 0,25über 0,25

Die Werte stammen aus der Hilfe zum Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console, Stand Oktober 2026.

LCP: Largest Contentful Paint

LCP misst die Zeit vom Aufruf der Seite, bis das größte sichtbare Element fertig angezeigt wird. Laut Google ist das meist ein Bild, ein Video oder ein großer Textblock. Bei vielen Firmenseiten ist es das große Foto oben auf der Startseite.

INP: Interaction to Next Paint

INP misst, wie schnell die Seite sichtbar reagiert, wenn jemand klickt, tippt oder eine Taste drückt. Der Wert hat im März 2024 den alten Messwert FID ersetzt. Ein typisches Beispiel: Du tippst auf das Menü, und es öffnet sich erst nach einer gefühlten Ewigkeit.

CLS: Cumulative Layout Shift

CLS misst, wie stark Inhalte beim Laden verrutschen. Kennst du das: Du willst auf „Anrufen“ tippen, dann springt ein Banner rein, und du landest woanders? Genau das bestraft dieser Wert.

Wie Google die Werte misst

Google nimmt die Daten echter Chrome-Nutzer der letzten 28 Tage. Entscheidend ist der Wert, den 75 Prozent der Seitenaufrufe erreichen oder unterbieten. Ein einzelner langsamer Besuch zieht dich also nicht herunter.

Handy und Computer werden getrennt bewertet. Die Search Console fasst ähnliche Seiten zu URL-Gruppen zusammen. Der Status einer Gruppe richtet sich nach dem schlechtesten der drei Werte. Ist also nur CLS schlecht, gilt die ganze Gruppe als langsam.

Bei kleinen Websites gibt es oft nicht genug Besucherdaten. Dann zeigt die Search Console keine Werte. In dem Fall nutzt du die Labordaten aus PageSpeed Insights als Orientierung.

Felddaten und Labordaten: der Unterschied

Felddaten kommen von echten Besuchern. Sie zeigen, was Menschen mit ihren Handys, Netzen und Browsern tatsächlich erleben. Nur sie zählen für die Bewertung der Core Web Vitals.

Labordaten entstehen bei einem Test unter festen Bedingungen, etwa in PageSpeed Insights oder Lighthouse. Sie sind praktisch, um Ursachen zu finden und Änderungen sofort zu testen. Ein guter Laborwert heißt aber nicht automatisch, dass echte Besucher eine schnelle Seite erleben.

Laut Google gibt es noch einen Unterschied: Die Search Console fasst ähnliche Seiten zu Gruppen zusammen, PageSpeed Insights zeigt meist Daten für eine einzelne Adresse. Deshalb können die Zahlen in beiden Werkzeugen voneinander abweichen.

Wie wichtig sind Core Web Vitals für das Ranking?

Google nennt sie nicht ausdrücklich einen direkten Rankingfaktor. In der Doku steht, dass gute Werte zusammen mit anderen Aspekten der Nutzererfahrung dem entsprechen, was die Ranking-Systeme belohnen wollen.

Meine Einordnung aus der Praxis: Eine schnelle Seite ersetzt keine guten Inhalte. Aber eine langsame, springende Seite kostet dich Besucher, bevor sie deinen Text überhaupt lesen. Für einen Handwerker, der über das Handy angerufen werden will, ist das bares Geld.

So prüfst du deine Website in fünf Schritten

  1. PageSpeed Insights öffnen und die Startseite eingeben. Danach die wichtigste Leistungsseite. Schau zuerst auf die Ansicht für Mobilgeräte.
  2. Oben die Daten echter Nutzer lesen. Dort steht, ob deine Seite die Core Web Vitals besteht. Die Punktzahl darunter ist ein Labortest und zweitrangig.
  3. In der Search Console den Bericht Core Web Vitals öffnen. Er zeigt, welche Seitengruppen betroffen sind, getrennt nach Handy und Computer.
  4. Das LCP-Element ansehen. PageSpeed Insights zeigt dir in der Diagnose, welches Element gemessen wurde. Oft ist es ein Bild, das du direkt verkleinern kannst.
  5. Nach der Korrektur das Tracking starten. Im Bericht der Search Console gibt es dafür einen eigenen Button. Weil Google 28 Tage betrachtet, siehst du Verbesserungen erst mit Verzögerung.

Häufige Ursachen und Lösungen

Wenn LCP schlecht ist

  • Riesige Bilder: Ein Foto direkt aus der Kamera ist oft mehrere Megabyte groß. Verkleinern und als WebP speichern hilft fast immer.
  • Langsamer Server: Billiges Hosting ohne Caching bremst jede Seite. Ein Cache-Plugin oder besseres Hosting bringt hier viel.
  • Slider oben auf der Seite: Mehrere große Bilder, die sich drehen, laden langsam. Ein starkes Bild reicht.
  • Lazy Loading am falschen Bild: Das verzögerte Laden ist gut für Bilder weiter unten. Beim ersten großen Bild bremst es.

Wenn INP schlecht ist

  • Zu viel JavaScript: Chat-Fenster, Tracking, Animationen und Slider-Skripte laufen alle gleichzeitig.
  • Schwere Erweiterungen im Pagebuilder: Jedes Zusatzmodul bringt eigenen Code mit. Welche Rolle der Pagebuilder spielt, vergleiche ich im Ratgeber Elementor oder Breakdance.

Wenn CLS schlecht ist

  • Bilder ohne feste Größe: Der Browser weiß nicht, wie viel Platz er freihalten soll, und schiebt später alles nach unten.
  • Cookie-Banner und Hinweisleisten, die oben einrutschen statt über dem Inhalt zu liegen.
  • Nachladende Schriften oder eingebettete Inhalte wie Karten und Videos ohne reservierten Platz.

Bei WordPress-Seiten hängen viele dieser Punkte an Theme, Pagebuilder und Plugins. Wie ich das angehe, steht bei WordPress-SEO.

Typische Fehler

  • Nur am Desktop messen. Die meisten Probleme zeigen sich mobil.
  • Der 100-Punkte-Jagd hinterherlaufen. Grün bei echten Nutzern ist das Ziel.
  • Plugins stapeln. Drei Optimierungs-Plugins gleichzeitig machen eine Seite oft langsamer statt schneller.
  • Einmal prüfen und vergessen. Ein neues Plugin oder ein großes Bild kann die Werte schnell verschlechtern.

Die Core Web Vitals sind ein Punkt von vielen. Den Rest findest du in der SEO-Checkliste. Wenn die Ursachen tiefer liegen, ist das ein Fall für technisches SEO.

Häufige Fragen

Warum zeigt die Search Console bei mir keine Core-Web-Vitals-Daten?

Laut Google gibt es zwei Gründe: Entweder ist die Property neu, dann dauert es einige Tage. Oder es gibt im Chrome-Bericht zur Nutzererfahrung nicht genug Daten echter Besucher. Das ist bei kleinen Websites häufig. Dann helfen dir die Labordaten in PageSpeed Insights als Anhaltspunkt.

Muss ich in PageSpeed Insights 100 Punkte erreichen?

Nein. Die Punktzahl stammt aus einem Labortest unter festen Bedingungen. Für die Bewertung der Core Web Vitals zählen die Daten echter Besucher. Ein Wert im grünen Bereich ist das Ziel, nicht die perfekte Zahl.

Warum sind die Werte am Handy schlechter als am Computer?

Google misst Mobilgeräte und Computer getrennt. Handys haben oft weniger Rechenleistung und langsamere Verbindungen. Deshalb fallen schwere Bilder und viel JavaScript dort stärker ins Gewicht.

Gibt es einen kostenlosen Test für die Core Web Vitals?

Ja. PageSpeed Insights von Google ist kostenlos und zeigt für eine Adresse die Daten echter Besucher, sofern genug vorhanden sind, und einen Labortest. Für die ganze Website nutzt du den Bericht „Core Web Vitals“ in der Search Console, ebenfalls kostenlos.

Welche Werte gelten bei den Core Web Vitals als gut?

Laut Search-Console-Hilfe gilt: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1. Schlecht sind LCP über 4 Sekunden, INP über 500 Millisekunden und CLS über 0,25. Dazwischen heißt es „Optimierung erforderlich“.

Sind die Core Web Vitals ein Rankingfaktor?

Google nennt sie nicht ausdrücklich einen direkten Rankingfaktor. Laut Doku entsprechen gute Werte zusammen mit anderen Aspekten der Nutzererfahrung dem, was die Ranking-Systeme belohnen wollen. Gute Inhalte bleiben wichtiger, eine langsame Seite kostet dich aber Besucher.

Quellen

  1. Search Console Hilfe: Bericht „Core Web Vitals“ (Grenzwerte, 75 %, 28 Tage) (Stand 2026-10-29)
  2. Google Search Central: Core Web Vitals und Google-Suchergebnisse (aktualisiert 10.12.2025) (Stand 2026-10-29)
  3. web.dev: Web Vitals (75. Perzentil, INP ersetzt FID) (Stand 2026-10-29)
  4. Google Search Central: Latest documentation updates (INP ist Core Web Vital, März 2024) (Stand 2026-10-29)
  5. PageSpeed Insights (Stand 2026-10-29)