Die Frage nach den Google-Ads-Kosten höre ich oft, meist mit dem Zusatz „Lohnt sich das für einen kleinen Betrieb?“. Die ehrliche Antwort: Das hängt weniger vom Budget ab als davon, was ein Klick kostet und was ein Auftrag dir bringt. Beides kannst du vorher grob abschätzen.
Wie sich die Kosten bei Google Ads zusammensetzen
Es gibt zwei Kostenblöcke:
- Das Werbebudget. Das Geld geht direkt an Google. Bei Suchanzeigen zahlst du in der Regel nur, wenn jemand auf die Anzeige klickt.
- Die Betreuung. Jemand muss die Kampagne aufsetzen, Suchbegriffe auswählen, Anzeigen schreiben, Ausschlüsse pflegen und die Zahlen prüfen. Das machst du selbst oder du bezahlst jemanden dafür.
Dazu kommt oft ein dritter, unsichtbarer Posten: die Zielseite. Eine Anzeige, die auf eine langsame oder unklare Seite führt, verbrennt Budget. Darum geht es weiter unten noch.
Was ein Klick kostet: die Auktion
Bei jeder Suche entscheidet Google in einer Auktion, welche Anzeigen erscheinen und in welcher Reihenfolge. Laut Google-Hilfe zählen dafür unter anderem dein maximales Gebot, die Qualität der Anzeige zum Zeitpunkt der Auktion (erwartete Klickrate, Relevanz, Zielseite), die Konkurrenz und der Kontext der Suche.
Der Preis, den du am Ende zahlst, heißt tatsächlicher Cost-per-Click (CPC). Laut Google ist das meist nur so viel, wie nötig ist, um den Anzeigenrang des Mitbewerbers direkt unter dir zu übertreffen. Dein Gebot ist also die Obergrenze, nicht der feste Preis.
Für dich heißt das: Eine gute Anzeige mit passender Zielseite kann günstiger sein als eine schlechte mit höherem Gebot.
Echte Klickpreise: Beispiele aus Deutschland
Die folgenden Werte stammen von DataForSEO (Google Ads, Deutschland, Oktober 2026). Es sind Durchschnittswerte, die Werbetreibende für Klicks auf diese Begriffe gezahlt haben. Laut DataForSEO sind sie in US-Dollar angegeben.
| Suchbegriff | Durchschnittlicher CPC |
|---|---|
| webdesign | 5,29 US-Dollar |
| wordpress wartung | 8,90 US-Dollar |
| webdesign stuttgart | 9,22 US-Dollar |
| seo für handwerker | 12,12 US-Dollar |
| google ads kosten | 14,19 US-Dollar |
| website erstellen lassen | 18,06 US-Dollar |
| seo für zahnärzte | 22,82 US-Dollar |
| seo agentur | 29,97 US-Dollar |
| seo für anwälte | 32,49 US-Dollar |
| google ads agentur | 71,32 US-Dollar |
| google ads betreuung | 106,71 US-Dollar |
Die Begriffe stammen aus meiner eigenen Branche, also Websites und Online-Marketing. Für einen Malerbetrieb oder eine Physiotherapie sehen die Zahlen anders aus. Die Tabelle zeigt aber gut das Muster: Je wertvoller ein Auftrag und je mehr Anbieter um ihn konkurrieren, desto teurer der Klick.
So findest du die Preise für deine Branche
Google stellt dafür den Keyword-Planer bereit, der in jedem Google-Ads-Konto steckt. Laut Google-Hilfe zeigt er die durchschnittlichen Kosten für Anzeigen bei bestimmten Suchbegriffen. Gib dort deine wichtigsten Begriffe mit Ort ein, etwa „Elektriker Ludwigsburg“ oder „Notdienst Heizung“. Dann hast du eine realistische Grundlage für dein Budget.
Wie Google dein Budget verteilt
Du legst bei Google Ads ein durchschnittliches Tagesbudget fest. Das ist kein fester Tagesbetrag. Laut Google-Hilfe gilt bei den meisten Kampagnen:
- An einem einzelnen Tag kann Google bis zum Doppelten deines Tagesbudgets ausgeben, etwa an Tagen mit vielen Suchen.
- Im Monat berechnet Google höchstens das 30,4-Fache deines Tagesbudgets.
Bei 20 Euro Tagesbudget sind das also bis zu 40 Euro an einem starken Tag, aber nie mehr als 608 Euro im Monat. Das Monatslimit ist die Zahl, mit der du planen solltest.
Rechenbeispiel für einen kleinen Betrieb
Das folgende Beispiel ist ausgedacht, damit du die Rechnung einmal siehst. Alle Werte sind Annahmen. Deine echten Zahlen findest du im Keyword-Planer und später in deinem eigenen Konto.
Ein Malerbetrieb im Landkreis Ludwigsburg wirbt für „Maler“ und „Fassade streichen“ in seiner Region.
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Durchschnittliches Tagesbudget | 20 Euro |
| Höchstbetrag im Monat (30,4 × 20 Euro) | 608 Euro |
| Angenommener Preis pro Klick | 2,50 Euro |
| Klicks im Monat (608 ÷ 2,50) | rund 240 |
| Angenommen: 5 von 100 Klicks werden zur Anfrage | rund 12 Anfragen |
| Angenommen: jede vierte Anfrage wird zum Auftrag | rund 3 Aufträge |
Daraus ergibt sich: rund 50 Euro Werbekosten pro Anfrage und rund 200 Euro pro Auftrag, ohne Betreuung.
Die entscheidende Frage ist dann: Was bleibt dir an einem Fassadenauftrag übrig? Wenn es deutlich mehr als 200 Euro sind, kann sich die Kampagne rechnen. Wenn ein Auftrag dir nur 150 Euro bringt, nicht.
Ändert sich eine Annahme, ändert sich alles. Bei 5 Euro pro Klick halbieren sich die Klicks. Bei einer schwachen Zielseite werden vielleicht nur 2 von 100 Klicks zur Anfrage. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Website mindestens so sehr wie der Blick aufs Gebot.
Was die Betreuung kostet
Für die Betreuung gibt es grob drei Modelle:
- Pauschale pro Monat, unabhängig vom Werbebudget
- Prozentsatz vom Werbebudget
- Abrechnung nach Aufwand, etwa für die Einrichtung und danach für Kontrollen
Achte bei jedem Modell darauf, wem das Werbekonto gehört. Das Konto sollte auf deine Firma laufen, damit du Daten und Verlauf behältst, wenn du den Dienstleister wechselst.
Bei mir ist die Betreuung Preis auf Anfrage. Du bekommst nach einem kurzen Gespräch ein festes Angebot, und das Werbebudget zahlst du direkt an Google. Was ich dabei konkret mache, steht unter Google Ads. Einen Überblick über alle Leistungen findest du unter Preise.
Typische Fehler, die Budget kosten
- Zu allgemeine Begriffe. „Heizung“ bringt auch Leute, die eine Heizung selbst einbauen wollen. Besser sind konkrete Begriffe mit Absicht und Ort.
- Keine ausschließenden Begriffe. Ohne Ausschlüsse wie „Job“, „Ausbildung“ oder „selber machen“ zahlst du für Klicks von Leuten, die gar nichts kaufen wollen.
- Ganz Deutschland statt Einzugsgebiet. Ein Elektriker aus Bietigheim-Bissingen braucht keine Klicks aus Hamburg.
- Startseite als Ziel. Wer „Fassade streichen“ sucht, sollte auf einer Seite zum Fassadenanstrich landen, nicht auf der allgemeinen Startseite.
- Keine Messung von Anfragen. Ohne Conversion-Tracking, also die Messung von Anrufen und Formularen, weißt du nicht, welche Klicks sich lohnen.
- Zu früh aufgeben oder zu lange laufen lassen. Prüf die Zahlen regelmäßig und entscheide auf Basis von Anfragen, nicht von Klicks.
Google Ads oder SEO?
Google Ads bringt sofort Sichtbarkeit, solange du zahlst. SEO braucht länger, wirkt aber weiter, wenn du nichts mehr investierst. Viele kleine Firmen fahren gut mit beidem: Ads für schnelle Anfragen und saisonale Angebote, SEO für die Grundlage. Was SEO im Vergleich kostet, steht im Ratgeber Was kostet SEO.
Häufige Fragen
Kann Google an einem Tag mehr ausgeben als mein Tagesbudget?
Ja. Laut Google-Hilfe kann die Ausgabe an einzelnen Tagen bei den meisten Kampagnen bis zum Doppelten des durchschnittlichen Tagesbudgets steigen. Im Monat berechnet Google aber höchstens das 30,4-Fache des Tagesbudgets.
Zahle ich immer mein maximales Gebot pro Klick?
Nein. Laut Google zahlst du meist nur so viel, wie nötig ist, um den Anzeigenrang des Mitbewerbers direkt unter dir zu übertreffen. Ausnahmen gibt es etwa bei bestimmten automatischen Gebotsanpassungen.
Warum sind die Klickpreise bei manchen Begriffen so hoch?
Weil viele Firmen für denselben Begriff bieten und ein Auftrag dort viel wert ist. Wer eine Agentur oder einen Anwalt sucht, bringt oft einen großen Auftrag mit. Bei Suchen nach Information ohne Kaufabsicht sind die Preise meist niedriger.
Wie viel kostet es, bei Google oben zu stehen?
Bei Anzeigen gibt es keinen Festpreis. Ob und wo deine Anzeige erscheint, entscheidet bei jeder Suche eine Auktion, bezahlt wird pro Klick. In den normalen Suchergebnissen lässt sich ein Platz gar nicht kaufen: Google nimmt laut eigener Doku kein Geld, um eine Website höher einzustufen.
Sind Google Ads noch sinnvoll?
Für viele kleine Betriebe ja, wenn Leute konkret nach deiner Leistung suchen und du Anfragen messen kannst. Anzeigen bringen sofort Besucher, hören aber auf, sobald das Budget endet. Ich würde mit einem kleinen Budget und wenigen klaren Suchbegriffen starten und nach ein paar Wochen ehrlich auswerten. Wie ich das angehe, steht bei Google Ads.
Wie kann ich mein Google-Ads-Konto kündigen?
Google nennt das „Konto auflösen“. Das geht laut Google-Hilfe jederzeit in den Kontoeinstellungen unter „Kontostatus“, allerdings nur mit Administratorzugriff. Deine Anzeigen laufen dann innerhalb von 24 Stunden nicht mehr, ein Restguthaben wird automatisch erstattet. Willst du nur eine Pause, reicht es, die Kampagnen zu pausieren.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Durchschnittliche Tagesbudgets (Tageslimit doppelt, Monatslimit 30,4-fach) (Stand 2026-10-29)
- Google Ads-Hilfe: Tatsächlicher Cost-per-Click (CPC) (Stand 2026-10-29)
- Google Ads-Hilfe: Keyword-Planer (Stand 2026-10-29)
- DataForSEO, Google Ads Search Volume (Feld cpc in US-Dollar laut Doku), Abruf Deutschland Oktober 2026, Projektdatei volume.json (Stand 2026-10-29)
- Google Ads-Hilfe: Google Ads-Konto auflösen (Stand 2026-10-30)
- Google Search Central: Funktionsweise der Google Suche (keine Zahlung für besseres Ranking) (Stand 2026-10-30)