Website-Redesign: Was dabei schiefgehen kann
Bei einem Website-Redesign oder Relaunch bekommt deine bestehende Seite ein neues Design, neue Technik oder eine neue Struktur. Ein Relaunch ist der Neustart einer bestehenden Website, oft mit neuen Adressen für die Unterseiten. Das Risiko: Seiten, die heute über Google Anfragen bringen, sind danach nicht mehr erreichbar. Ich plane das Redesign deshalb so, dass Google jede alte Seite der passenden neuen zuordnen kann.
Google selbst rät bei geänderten Adressen zu serverseitigen, dauerhaften Weiterleitungen (301 oder 308). Sie sollen möglichst lange bestehen bleiben, generell mindestens ein Jahr. Google sagt auch offen, dass Rankings nach einem Umzug vorübergehend schwanken können (Google Search Central: Websiteverschiebungen und Migrationen).
Für wen das passt
- Deine Seite ist in die Jahre gekommen, langsam oder auf dem Handy schlecht bedienbar. Trotzdem kommen Anfragen über Google.
- Du willst den Pagebuilder oder das Theme wechseln, etwa von einem überladenen Elementor-Aufbau auf Breakdance.
- Du willst die Struktur ändern, zum Beispiel Leistungen aufteilen, die bisher auf einer Seite zusammenstehen.
Bekommt deine alte Seite kaum Besucher, gibt es wenig zu verlieren. Dann ist eine neue Website mit SEO von Anfang an meist einfacher.
Was genau passiert: der Ablauf
- Bestandsaufnahme. Ich erfasse alle Adressen der alten Seite: aus der Sitemap, einem Crawl und der Search Console. Dabei sehe ich, welche Seiten Klicks bringen und welche von anderen Websites verlinkt werden.
- Neue Struktur. Ich lege fest, welche Seiten bleiben, welche zusammengelegt werden und welche neu dazukommen.
- Weiterleitungsplan. Jede alte Adresse bekommt ein passendes Ziel auf der neuen Seite. Nicht alles landet pauschal auf der Startseite.
- Inhalte übernehmen. Texte, die heute ranken, kürze ich nicht einfach weg. Titel, Beschreibungen und Überschriften übertrage ich und verbessere sie, wo es sinnvoll ist.
- Vorab-Prüfung. Die neue Seite steht zuerst auf einer Testumgebung, also einer Kopie, die Google nicht sieht. Dort prüfe ich Weiterleitungen, Titel, interne Links, Ladezeit, strukturierte Daten und die Darstellung auf dem Handy.
- Umstellung. Die neue Seite geht live, die Weiterleitungen werden aktiv. Ich prüfe, dass die Sperre der Testumgebung aufgehoben ist, und reiche die neue Sitemap ein.
- Search Console danach. In den Wochen nach dem Start schaue ich auf Fehlerseiten, Indexierung und Klicks und vergleiche mit der Zeit vorher. Wie das Werkzeug funktioniert, erklärt der Ratgeber zur Google Search Console.
So sieht ein Weiterleitungsplan aus
Ein vereinfachtes Beispiel für einen Elektrobetrieb:
| Alte Adresse | Neue Adresse | Grund |
|---|---|---|
| /leistungen.html | /leistungen/ | gleicher Inhalt, neue Adresse |
| /elektro.php?id=4 | /leistungen/e-mobilitaet/ | Leistung bekommt eigene Seite |
| /aktuelles-2019/ | /ratgeber/ | alter Beitrag ohne Nachfolger, nächstes passendes Ziel |
Was ich vor dem Start prüfe
Die Vorab-Prüfung ist der Schritt, der am häufigsten übersprungen wird. Dabei lassen sich hier die meisten Fehler noch ohne Schaden beheben. Auf der Testumgebung gehe ich diese Punkte durch:
- Führt jede alte Adresse aus dem Weiterleitungsplan direkt auf die richtige neue Seite?
- Hat jede wichtige Seite einen eigenen Titel, eine Beschreibung und genau eine Hauptüberschrift?
- Zeigen alle internen Links auf die neuen Adressen?
- Sind Bilder komprimiert, und lädt die Seite auf dem Handy zügig?
- Funktionieren Kontaktformular, Telefon-Links und Cookie-Banner?
- Ist die Sperre für Suchmaschinen so eingerichtet, dass ich sie beim Start sicher aufheben kann?
Erst wenn diese Liste abgehakt ist, geht die neue Seite live.
Was du bekommst
- Eine Liste aller alten Adressen mit Bewertung: wichtig, zusammenlegen oder entfernen.
- Den Weiterleitungsplan als Tabelle, die du behältst.
- Ein Prüfprotokoll der Testumgebung vor dem Start.
- Die Beobachtung in der Search Console nach dem Start mit kurzer Rückmeldung, was auffällt.
- Wenn ich die neue Seite selbst baue: HTML oder WordPress mit Breakdance und sauber eingestelltem WordPress-SEO.
Was es nicht ist
- Kein Versprechen, dass sich Rankings gar nicht bewegen. Auch Google rechnet nach einem Umzug mit Schwankungen.
- Kein Umzug auf Wix, Typo3 oder Joomla. Ich arbeite mit HTML und WordPress.
- Keine Reparatur im Blindflug. Ist der Relaunch schon passiert und Besucher fehlen, starte ich mit einem SEO-Audit, um die Ursachen zu finden.
Typische Fehler beim Relaunch
- Alte Adressen ohne Weiterleitung. Google und Besucher landen auf einer Fehlerseite (404).
- Alles auf die Startseite weiterleiten. Laut Google verwirrt das Nutzer und kann als „Soft 404“ gewertet werden, also wie eine fehlende Seite.
- Sperre der Testumgebung bleibt aktiv. Ein vergessenes „noindex“ hält Google von der ganzen Seite fern.
- Texte gekürzt, weil das neue Design weniger Platz hat. Damit fallen genau die Inhalte weg, für die die Seite gefunden wurde.
- Interne Links zeigen auf alte Adressen. Das erzeugt Weiterleitungsketten. Google empfiehlt, direkt auf das endgültige Ziel weiterzuleiten, weil Ketten das Laden verzögern.
- Keine Daten von vorher gesichert. Dann lässt sich nach dem Start nicht vergleichen, was sich verändert hat.
Viele dieser Punkte sind Technik. Was ich dort im Detail prüfe, steht bei technischem SEO.
Preis auf Anfrage
Der Aufwand hängt vor allem davon ab, wie viele Seiten deine alte Website hat und ob ich die neue Seite selbst baue. Du bekommst nach einem kurzen Gespräch ein festes Angebot.
Häufige Fragen
Wie lange müssen die Weiterleitungen nach dem Redesign bestehen bleiben?
Google empfiehlt, Weiterleitungen möglichst lange beizubehalten, generell mindestens ein Jahr. Ich rate dazu, sie dauerhaft stehen zu lassen. Sie kosten kaum etwas, und alte Links auf anderen Websites oder in Lesezeichen funktionieren dann weiter.
Kann ich bei einem Redesign meine bisherigen URLs behalten?
Oft ja, und das ist der sicherste Weg. Wenn die alte Struktur sinnvoll ist, behalte ich die Adressen bei und erneuere nur Design und Technik. Neue URLs plane ich nur dort, wo die alte Struktur wirklich im Weg steht.
Welche Zugänge brauchst du für ein Redesign?
Am wichtigsten sind die Google Search Console, das WordPress-Backend und der Zugang zum Hosting oder zur Domainverwaltung. Über das Hosting richte ich serverseitige Weiterleitungen ein. Ohne Search Console fehlen mir die Daten, welche Seiten heute Klicks bringen.
Lohnt sich ein Redesign, wenn meine Seite gut rankt?
Nur wenn es einen klaren Grund gibt, etwa eine langsame Seite, schlechte Darstellung auf dem Handy oder veraltete Technik. Ein Redesign nur wegen eines neuen Looks bringt Risiko ohne viel Nutzen. Manchmal reicht es, einzelne Seiten zu überarbeiten. Das sage ich dir dann auch so.
Was ist der Unterschied zwischen Redesign und Relaunch?
Ein Redesign erneuert vor allem Aussehen und Aufbau einer Website. Ein Relaunch geht weiter und kann auch neue Technik, ein neues System oder neue Adressen bedeuten. Für Google ist beides heikel, sobald sich URLs ändern, deshalb plane ich die Weiterleitungen in jedem Fall.
Quellen
- Google Search Central: Websiteverschiebungen und Migrationen (Stand 2026-10-29)