SEO für Anwälte und Steuerberater: gefunden mit dem richtigen Thema
SEO für Anwälte und Steuerberater heißt: Deine Kanzlei taucht auf, wenn jemand in deiner Region nach deinem Rechtsgebiet oder deiner Leistung sucht. Dazu gehören eigene Seiten für jedes Rechtsgebiet, ein gepflegtes Google-Profil und Texte, die die Fragen der Mandanten verständlich beantworten. Alles sachlich, so wie es das Berufsrecht verlangt.
Vorab: Ich bin kein Anwalt und mache keine Rechtsberatung. Die Regeln unten nenne ich mit Quelle. Wie sie im Einzelfall anzuwenden sind, klärst du mit deiner Kammer.
Wie Mandanten Kanzleien suchen
Mandanten suchen fast nie nach „Kanzlei“, sondern nach ihrem Problem. Typische Suchanfragen sehen zum Beispiel so aus:
- „Anwalt Arbeitsrecht Ludwigsburg“
- „Kündigung erhalten was tun“
- „Steuerberater für Handwerker“
- „Einspruch Steuerbescheid Frist“
- „Erbschaft Steuer Freibetrag Kinder“
Das sind Beispiele, keine gemessenen Suchanfragen. Sie zeigen zwei Muster: Rechtsgebiet plus Ort, oder eine Frage, auf die jemand dringend eine Antwort braucht. Wer diese Frage auf seiner Website gut erklärt, wird eher angerufen.
Besonderheiten: Berufsrecht und Werbung
Für Anwälte und Steuerberater gelten fast gleich lautende Regeln.
- Anwälte: Nach § 43b der Bundesrechtsanwaltsordnung ist Werbung nur erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist.
- Steuerberater: § 57a des Steuerberatungsgesetzes formuliert das fast wortgleich.
Dazu kommt die Verschwiegenheit. Anwälte sind nach § 43a Abs. 2 BRAO zur Verschwiegenheit verpflichtet, Steuerberater nach § 57 StBerG. Das betrifft auch Fallbeispiele auf der Website und Antworten auf Bewertungen.
Für die Website heißt das praktisch: informieren statt anpreisen. Keine Superlative, keine Erfolgsversprechen, keine Fallbeispiele, aus denen sich Mandanten erkennen lassen.
So baue ich die Kanzlei-Website auf
- Startseite: Rechtsgebiete oder Leistungen, Ort, Erreichbarkeit und der Weg zum Erstgespräch.
- Eine Seite pro Rechtsgebiet oder Leistung: Arbeitsrecht, Familienrecht, Mietrecht. Bei Steuerberatern etwa Jahresabschluss, Lohnbuchhaltung, Erbschaftsteuer. Jede Seite erklärt typische Situationen, Abläufe und Unterlagen.
- Antworten auf häufige Fragen: allgemein gehalten, ohne Einzelfallberatung. Solche Texte erreichen Menschen, die noch keine Kanzlei im Kopf haben.
- Personen: Anwälte und Berater mit Qualifikationen, so wie sie geführt werden dürfen.
- Kontakt: Telefon, Formular, Anfahrt und ob Termine auch per Video möglich sind.
Wie ich solche Texte für Google aufbaue, steht bei Onpage-SEO und SEO-Texten.
Das Google-Profil für Kanzleien
Nach den Google-Richtlinien können einzelne Fachkräfte wie Anwälte eigene Profile haben, wenn sie am Standort direkt erreichbar sind. Die Kanzlei als Organisation hat ein eigenes Profil für ihren Standort. Mehrere Profile für verschiedene Fachgebiete derselben Person sind nicht erlaubt. Der Name im Profil soll dem echten Namen entsprechen, ohne zusätzliche Suchbegriffe wie „Anwalt Arbeitsrecht“ (Google Unternehmensprofil-Hilfe).
Wie ich Profile einrichte und pflege, steht bei Local SEO.
Bewertungen für Kanzleien
Mandanten lesen Bewertungen genau, gerade bei sensiblen Themen. Du darfst um ehrliche Bewertungen bitten. Google verbietet aber Anreize für Bewertungen und das gezielte Bitten nur um positive Bewertungen (Google-Richtlinien für Maps-Inhalte). In deinen Antworten auf Bewertungen bestätigst du am besten nicht einmal, dass jemand Mandant war.
Anzeigen als Ergänzung
Für dringende Themen wie Kündigungen kann eine Anzeige sinnvoll sein, solange die Website noch nicht weit oben steht. Auch Anzeigen müssen sachlich bleiben. Wie ich Kampagnen aufsetze, steht bei Google Ads.
So läuft die Zusammenarbeit
- Kurzes Gespräch per Telefon oder Video. Du erzählst mir, was deine Rechtsgebiete oder Leistungen sind und welche Mandate du dir mehr wünschst. Ich schaue mir vorher deine Website und dein Google-Profil an.
- Einschätzung. Du bekommst eine ehrliche Liste: Was fehlt, was zuerst dran ist, was du selbst machen kannst.
- Umsetzung. Ich arbeite an Website und Profil. Von dir brauche ich fachliche Freigaben für die Texte und Antworten auf die Fragen, die Mandanten dir oft stellen.
- Kontrolle. Ich schaue in die Search Console und ins Google-Profil, ob die Änderungen wirken, und sage dir, was ich sehe.
Ein Büro vor Ort habe ich nicht, und ich komme auch nicht für Termine vorbei. Für Kanzleien mit vollem Terminkalender ist das meist ein Vorteil: Es kostet keine Anfahrt und passt in kurze Lücken im Tag.
Typische Fehler bei Kanzlei-Websites
- Alle Rechtsgebiete auf einer Seite. Google weiß nicht, wofür die Kanzlei steht.
- Juristendeutsch. Mandanten suchen mit Alltagsworten, nicht mit Paragrafen.
- Erfolgsversprechen. „Maximale Abfindung garantiert“ ist berufsrechtlich heikel und unseriös.
- Keyword im Profilnamen. Das widerspricht den Google-Richtlinien.
- Veraltete Inhalte. Texte zu Fristen und Freibeträgen müssen aktuell sein, sonst schaden sie dem Vertrauen.
Häufige Fragen
Darf eine Kanzlei überhaupt Google Ads schalten?
Das Berufsrecht verbietet Werbung nicht grundsätzlich. Sie muss aber sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichten und darf nicht auf einen Auftrag im Einzelfall gerichtet sein. Wie eine konkrete Anzeige zu bewerten ist, klärst du bitte mit deiner Kammer. Ich formuliere Anzeigen sachlich und lege sie dir zur Freigabe vor.
Sollen Anwälte einer Kanzlei eigene Google-Profile haben?
Nach den Google-Richtlinien können einzelne Fachkräfte wie Anwälte eigene Profile haben, wenn sie am Standort direkt für Mandanten erreichbar sind. Die Kanzlei selbst hat zusätzlich ein Profil für den Standort. Ich prüfe mit dir, welche Profile sinnvoll sind und ob es doppelte Einträge gibt.
Wie schreibe ich über Rechtsthemen, ohne Rechtsberatung im Netz zu geben?
Erklär allgemein, wie etwas funktioniert, welche Fristen es typischerweise gibt und welche Unterlagen man braucht. Den Einzelfall sparst du aus und verweist auf ein Gespräch. So beantworten deine Texte die Fragen, mit denen Leute suchen, und bleiben trotzdem allgemein.
Was muss im Impressum einer Kanzlei stehen?
Neben den üblichen Angaben verlangt § 5 Absatz 1 Nummer 5 DDG bei reglementierten Berufen drei Dinge: die Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung samt dem Staat, der sie verliehen hat, und die berufsrechtlichen Regeln mit dem Hinweis, wo man sie findet. Das betrifft Anwälte und Steuerberater gleichermaßen. Den genauen Wortlaut stimmst du am besten mit deiner Kammer ab.
Wie finden Mandanten einen Anwalt bei Google?
Meist über ihr Problem, nicht über das Wort Kanzlei. Typisch sind Rechtsgebiet plus Ort, zum Beispiel „Anwalt Arbeitsrecht Ludwigsburg“, oder eine dringende Frage wie „Kündigung erhalten was tun“. Wer für jedes Rechtsgebiet eine eigene, verständliche Seite und ein gepflegtes Google-Profil hat, wird eher gefunden.
Quellen
- Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO), § 43b Werbung, gesetze-im-internet.de (Stand 2026-10-29)
- Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO), § 43a Grundpflichten, gesetze-im-internet.de (Stand 2026-10-29)
- Steuerberatungsgesetz (StBerG), § 57a Werbung, gesetze-im-internet.de (Stand 2026-10-29)
- Steuerberatungsgesetz (StBerG), § 57 Allgemeine Berufspflichten, gesetze-im-internet.de (Stand 2026-10-29)
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Richtlinien für die Präsentation deines Unternehmens auf Google (Stand 2026-10-29)
- Google Maps-Hilfe: Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte (Stand 2026-10-29)
- Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), § 5 Allgemeine Informationspflichten, Abs. 1 Nr. 5 (reglementierte Berufe) (Stand 2026-10-30)